Mittwoch, 4. April 2018

Leselounge: Zwei Tipps

Quelle: edmsauce.com
(ms) Intensiv Musik zu hören ist vielleicht eine der schönsten und bezauberndsten Beschäftigungen, die überhaupt vorstellbar sind. Oft treten dann Gefühle, Stimmungen und Atmosphären auf, die zu anderen Zeitpunkten nie so im Vordergrund stehen. Herrlich, wenn man sie zulässt, erkennt und genießen kann.
Die Königsdisziplin ist, diese mystisch anmutenden Zustände in Worte zu fassen. Bei jeder Rezension und jedem Konzertbesuch ist dies eine neue, schöne Herausforderung. In diesem Geschäft muss man denjenigen Anerkennung schenken, die das extrem gut können. Die Menschen, die den Zauber der Musik beschreiben können. Die, die ekstaseähnliche Momente in Worte fassen und sie mit anderen Menschen teilen. Für die kommenden Stunden in der Sonne oder abends nach der Arbeit oder dem Sport haben wir zwei kleine Tipps, bei denen genau das zutrifft. Und ein Banause ist der, der jetzt gleich sagt, dass er mit klassischer Musik nichts anfangen kann. Zulassen ist hier das Stichwort.

Bach-Artikel im ZEIT-Dossier
Vielleicht war Johann Sebastian Bach das größte Genie im Musikgeschäft, das es je gegeben hat. Dabei ist das Wort Genie wörtlich zu nehmen. Jemand, der aus dem Nichts in Eigenregie eine umwerfende, berührende Kunst schaffen kann, die Jahrhunderte überdauert. Vor 333 Jahren wurde der Maestro geboren. Die Redaktion der ZEIT ehrt ihn mit einem extrem lesenswerten Dossier über sein Werk, die Bedeutung seiner Kompositionen - insbesondere der Matthäus-Passion - und über den immensen Einfluss auf andere. Dass er buchstäblich Leben gerettet hat, hat sich der Dirigent und Komponist sicher nie ausgedacht. Die Verbindung zum religiös Mystischen liegt dann auch auf der Hand. Dieses Stück sollte man sich anhören, empfiehlt der Autor Alard von Kittlitz. Hier ist der Artikel für Abonnenten online zu lesen, der Kauf der aktuellen Printausgabe ist ohnehin lohnenswert.



Roberto Cotroneo - Frag mich, wer die Beatles sind
Zum Glück ist Literatur ja zeitlos. So ist es auch mit diesem Buch aus dem Jahr 2006 vom Italiener Roberto Cotroneo. Der Untertitel verrät eigentlich schon sehr genau, worum es geht: Brief an meinen Sohn über die Liebe zur Musik. Genau das ist es. Auf gut 150 Seiten sammelte Cotroneo Geschichten, Anekdoten und Begegnungen aus seinem Leben, anderen Leben und der Musikgeschichte, um das Faszinierende der Töne, Melodien und Rhythmen greifbar zu machen. Es gelingt ihm erstaunlich gut. Über den dezenten Pathos, der hier und da zwischen den Zeilen durchschimmert, gewöhnt man sich schnell. Und auch wenn man sich mit einzelnen Komponisten, Bands und insbesondere volkstümlicher, italienischer Musik nicht besonders auskennt, sollte man sich drauf einlassen und die übermittelte Stimmung genießen. Denn aus diesem Büchlein strömt viel Leidenschaft mit dem Ergebnis des überaus erfolgreichen Versuchs in der Königsdisziplin: Musikerlebnisse in Worte zu fassen.
Frag mich, wer die Beatles sind erschien im Insel Verlag und ist für 5,90€ gebraucht bei Amazon erhältlich.

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